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Basketball in Würzburg und Deutschland

Jaja, der deutsche Basketball. Was will man dazusagen. Er führt – leider – ein Mauerblümchendasein im Schatten von König Fußball.

Gestern die Niederlage und damit das Ausscheiden der deutschen Basketball-Nationalmannschaft bei der EM in Litauen – heute dann die Meldungen über den Rücktritt von Nationaltrainer Dirk Bauermann – was ja abzusehen war, da er als BBL-Trainer beim FC Bayern keine Doppelfunktion mehr haben darf, was meiner Meinung nach auch richtig ist – gefolgt von Frank “Buschi” Buschmanns Ankündigung, seinen Job als Basketball-Kommentator an den Nagel zu hängen. Was folgt als nächstes? Möglicherweise Dirk Nowitzkis Rücktritt aus der Nationalmannschaft? Ich könnte/würde es ihm nicht übel nehmen…

Groß war die Euphorie, gerade hier in Würzburg, nach Dirks NBA- und MVP-Titel. Was war das für eine eine Stimmung bei der Pressekonferenz und dem anschließenden Empfang an der Würzburger Residenz vor rund 12000 Leuten.


An Nowitzki hängt sehr viel, was den deutschen Basketball und dessen Salonfähigkeit gegenüber anderen Sportarten, allen voran dem Fußball, ausmacht. Er hat viel für die Sportart in Deutschland getan, was man gerade in Würzburg beobachten kann. Hier ist Basketball erfolgreicher und beliebter als der Fußball – und das freut mich!

Ich bin nun schon seit über 18 Jahren mit dem Basketballvirus infiziert, ich habe Nowitzkis Anfänge und Aufstieg zum größten Teil hautnah miterlebt und durfte auch schon mit ihm spielen (bei der Eröffnung des Nike Basketball Zentrums in der Zellerau, damals 1996 oder 1997), habe Sonntag morgens JumpRAN auf SAT.1 mit Lou Richter in mich aufgesogen und konnte es jede Woche kaum erwarten bis wieder Sonntag war, um z.B. den damals 18jährigen Shaquille O’Neal bei den Orlando Magic (mein Lieblingsverein in der NBA) im Fernsehen anzuhimmeln und nahezu zu vergöttern.

Und dann waren da natürlich noch die DJK, bzw. später TSK Würzburg, die ja von 1997 bis 2005 in der BBL vertreten waren, mit Spielern wie Demond Greene, Robert Garrett und natürlich (zumindest für eine Saison) Dirk Nowitzki. Solange ich noch in der Schule war, gabs hier immer ermäßigte Tickets für die Heimspiele, was für mich das Höchste war. Natürlich nicht zu vergleichen mit einem NBA-Spiel – aber immerhin! Hier mal noch etwas Nostalgie!

Tja und nun? Vorzeitiges EM-Aus in Litauen, Rücktritte… Wie solls weitergehen? Ich hatte mir erhofft und gewünscht, dass durch diese EM nochmal ein Popularitätsschub für den Basketball in Deutschland entsteht. Diesen gab es mit Sicherheit auch, schon alleine durch die vielen Live-Übetragungen auf Sport1 (Danke dafür!) und eben durch Nowitzkis Teilnahme an dieser EM. Aber ein Weiterkommen wäre mit Sicherheit noch förderlicher gewesen. Vom Titel möchte ich hier jetzt gar nicht reden, aber die Olympia-Quali wäre nicht schlecht gewesen.

In Würzburg selbst mache ich mir aber keine großen Sorgen um den Basketball, wir haben ein konkurrenzfähiges Team für die BBL und vor allem ein fanatisches Publikum, das für den Basketball lebt. Was uns hier fehlt, wäre eine passende Austragungsstätte für unsere Heimspiele. Die s.Oliver-Arena (welch klangvoller Name) ist in die Jahre gekommen, um nicht zu sagen alt, marode, zu klein und einfach nicht mehr Up-To-Date. Mit knapp über 3000 Zuschauerplätzen erfüllt sie gerade so die BBL-Norm.

Aber nicht nur für den Basektball ist sie nicht zeitgemäß. Große Musiker machen mittlerweile i.d.R. einen großen Bogen um Würzburg, da die s.Oliver-Arena als Spielstätte nicht mehr zeitgemäß ist. Wenn dann doch mal einer kommt (ich war zuletzt auf Fanta4-Konzert dort) dann hört man (zurecht) allenthalben Sticheleien in Bezug auf die “Kompaktheit” etc. der Halle.

Hier muss sich etwas tun, um den Basketball in Würzburg voranzutreiben, den Rest erledigen die Fans und die Verantwortlichen der s.Oliver Baskets!

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